KZV U92 "Edle Rasse" Süderbrarup und Umgebung e. V.
Kaninchen

Besuch bei Firma Nösenberger Kaninchen & Co

Am 09.08.2008 nahmen einige unserer Züchter die Möglichkeit wahr und besuchten die Familie von zur Gathen in Egestorf. Der Kontakt war auf der BS-Schau in Bremen entstanden. Am Stand der Firma Nösenberger entwickelte sich damals eine rege Diskussion über Fütterung  u. Futter, die nun ihre Fortsetzung finden sollte.

In der Nordheide angekommen, konnten wir zuerst einen Blick in die Produktionsstätte werfen. Wer nun einen riesigen Betrieb mit vielen Mitarbeitern vermutete, war überrascht. Das Ehepaar von zur Gathen macht hier alles im Alleingang. Wareneinkauf, Luzerne entblättern, Mengenzusammenstellung, Mischen, Einsacken und letztlich den Versand.


Bei einer Tasse Kaffee (Tee, Saft etc. war natürlich auch möglich) und leckeren Brötchen, erfen wir viele weitere Dinge rund um die Ernährung der Kaninchen. Es würde zu weit führen hier nun alles anzureißen, aber einige Punkte sollen Erwähnung finden.

 

Die im „Nösenberger-Müsli“ eingesetzten Möhrenchips müssen aus Asien importiert werden, da die Futtermöhren aus Deutschland wohl viel zu hohe Nitrat- u. Nitritwerte aufweisen und somit für die Tiere eher schädlich wären.

 

Aufgrund der Deklarationspflicht haben die Industriefuttermittelhersteller die Zusatzmittel, die Darmerkrankungen unterdrücken, aus dem Futter herausnehmen müssen (Wachstumsförderer gehören ebenfalls der Vergangenheit an). Der Magen- u. Darmtrakt unserer Kaninchen ist nachweislich aber nicht dafür geschaffen Pellets zu verdauen. Das mehlige Futter liegt schwer im Magen. Die sauren Magensäfte reichen nicht aus den Futterbrei zu durchtränken. Der ph-Wert im Magen u. Darm steigt an, unverdautes Futter wandert in den Dickdarm und steht hier krankmachenden Keimen als Nahrung zur Verfügung – das Übel nimmt seinen Lauf.

 


Unsere Kaninchen benötigen zum Wohlbefinden (hier: Reinigung der Darmwand) u.a. gutes Heu. Von „gutem Heu“ sprechen wir, wenn das Heu hart ist und fast wie Stroh aussieht – es ist gut strukturiert. Die Futtermittelindustrie spricht seit einigen Jahren von Rohfaseranteilen.


Der Züchter sagt: „klingt gut, muss prima für die Tiere sein (wie soll er es besser wissen).“ Wie fragte Melanie: „…aber wie soll in Pellets überhaupt strukturreiches Futter vorhanden sein??“

Nach 3,5 Std. machten wir uns auf den Rückweg. Herzlichen Dank an die Familie von zur Gathen!

Abschließend sei erwähnt, dass zwei unserer Züchter ihre Jungtiere bis zur 12 Woche mit Müsli und eben gutem Heu füttern und in 2008 keine Verluste zu verzeichnen haben.

 

 

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